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DAS GERUCHLOSE FISCHSTÄBCHEN

Nachhaltige Abluftbehandlung einer Frittierstraße - von Marco Staack, erschienen in cci 07/2008

oxytec Anlage bei Frozen Fish Gerüche und Fette aus Industriefritteusen und -brätern werden oft zu einem großen technischen Problem. Die mit der Abluft ausgestoßenen Fettpartikel führen nicht nur zu starker Brandgefahr, hohem Reinigungsaufwand und Korrosionsschäden, sondern auch zu Beschwerden wegen der Geruchsbelästigung.

Die Frozen Fish International GmbH in Bremerhaven, Hersteller von Fischstäbchen, erweiterte Anfang des Jahres ihre Produktionslinie und musste anfallende Fettdämpfe in der Frittierstraße eliminieren. In den bereits vorhandenen Produktionslinien wurde die thermische Nachverbrennung eingesetzt. Aufgrund des nötigen Platzbedarfs und der hohen Betriebskosten wurde auf eine Nachverbrennung verzichtet und eine Abluftbehandlung mit UV-Licht installiert.

Reinigungsverfahren

Das Reinigungsverfahren auf Basis ultravioletter Strahlung wird photolytische Oxidation genannt. Die verunreinigte Luft strömt im Abluftsystem über Photozonlampen. Die UV-C-Strahlung der Lampen aktiviert dabei den Sauerstoff in der Abluft, der sich mit dem Fett und den Geruchsstoffen verbindet und diese aufspaltet. Die Verbindungen oxidieren zu Endprodukten, die zu 100 % biologisch abbaubar sind - Sauerstoff, Kohlendioxid, Wasserdampf und staubartige Reststoffe.

Betrieb und Wartung

Um eine möglichst kurze Strecke im Abluftsystem mit Fett zu beaufschlagen wurde die Anlage direkt neben der Produktionsanlage aufgestellt. Der Zeitaufwand die Kanäle zu reinigen veringerte sich dadurch erheblich. Weitere Vorteile der UV/Ozon-Technik reduzieren die Betriebskosten auf 20% der Kosten einer thermischen Nachverbrennung: Die Luft muss vor der Nachbehandlung nicht erwärmt werden und die Anlage selbst ist weitestgehend wartungsfrei. Eine eingebaute CIP-Waschanlage (CIP = Cleaning in Place) reinigt die Photozonlampen automatisch. Die dabei anfallende Abwassermenge ist gering. Nur die UV-Lampen sind nach 8.000 Betriebsstunden zu wechseln. Durch die fettfreie Abluft wird für einen optimierten Betrieb eine Wärmerückgewinnung eingesetzt werden. Die staubartigen Reststoffe müssen allerdings vor dem Wärmeübertrager gefiltert werden.

Raumluftqualität

Mit der installierten Anlage werden nicht nur Fett und Geruchsstoffe an der Fritteuse eliminiert, sondern auch an anderen geruchsintensiven Stellen in der Produktionshalle. Bei der Produktion der Fischstäbchen steigen 130 ¡C heiße Brüden über der Fritteuse auf. Bevor diese durch die Abluftanlage abgesaugt werden, strömt Raumluft nach und kühlt sie ab. Die benötigte Raumluft strömt von den geruchsintensiven Stellen wie Produktbemehlung und der Ein- und Ausgang der Fritteuse an die Absaugstelle. Dadurch ist im Fertigungsraum die eigentliche Frittier- oder Bratanwendung nicht mehr wahrnehmbar und führt zu verbesserten Arbeitsbedingungen.



Nachgehakt

cci: Warum haben Sie sich für das UV/Ozon-Luftreinigungssystem entschieden? Gab es mit Ihrer bisherigen Anlage Probleme?

Marco Staack: Nein, unsere vorhandene Anlage arbeitet auf Basis thermischer Nachverbrennung. Das heißt, die Brüden werden abgesaugt und gelangen in großen Sammelrohren zur Reaktionskammer in der sie verbrannt werden. Die entstehende Abwärme wird genutzt, um einen Dampfkessel zu betreiben. Das ist für uns energetisch gesehen keine optimale Lösung, da der Erdgasverbrauch sehr hoch ausfällt. Durch den nachgeschalteten Dampfkessel wird der Wirkungsgrad zwar besser, aber dahinter steckt Technik mit einem hohen Wartungsaufwand. Dazu kommen noch die gesetzlichen Auflagen und die TÜV-Prüfung für die Dampfkessel. In einer Zeitschrift sind wir dann auf das System mit dem UV-Licht gestoßen. Das klang sehr simpel und war daher für uns interessant. Entschieden haben wir uns, nachdem wir eine Anlage in Dänemark besichtigt hatten.

cci: Frozen Fish profitiert demnach in erster Linie von der Energieersparnis?

Marco Staack: Darum geht es, aber auch um die Vereinfachung der technischen Abläufe, denn das Prinzip der thermischen Nachverbrennung erfordert viel Regelungs-, Elektro- und Steuerungstechnik. Jetzt funktioniert alles - einfach gesagt - mittels einiger Lampen, einem Kasten und einem Lüfter. Es bleibt alles im Rahmen. Das ist überschaubar und wesentlich einfacher zu bedienen. Und je weniger Technik eine Anlage benötigt, desto weniger Fehler können passieren und desto geringer ist der Wartungsaufwand.

Interview: Dipl.-Ing. Thomas Mietzker, cci